Bilder und Text: Werner Bauregger
Ziel war es, eine reibungslose Zusammenarbeit aller BOS-Organisationen bei einem schweren Verkehrsunfall im neuen Schutzbauwerk zu üben, Einsatzgrundsätze zu festigen, die Kommunikation und die Sicherheitseinrichtungen im Tunnel kennenzulernen und zu testen. Weiter sollte die Abstimmung mit der Integrierte Leitstelle in Traunstein, der Einsatzzentrale der Polizei und der Verkehrszentrale in München-Freimann erprobt werden.
Einsatzmeldung: Brand im Straßentunnel
Kurz vor 18 Uhr löst die ILS den Alarm für die teilnehmenden Einheiten per Funk aus – Einsatzmeldung: „Brand Straßentunnel“. Die Feuerwehren aus Schneizlreuth, Weißbach a.d.A., Bad Reichenhall, Bayerisch Gmain, Rettungsdiensteinheiten des Bayerischen Roten Kreuzes sowie mehrere Streifenbesatzungen der Polizei Bad Reichenhall rücken über das Nord- beziehungsweise das Südportal der Lawinengalerie zur angenommenen Unfallstelle aus. Vor Ort übernimmt der 2. Kommandant der Feuerwehr Schneizlreuth Christopher Löffelmann die Einsatzleitung. Der Tunnel ist stark verraucht, mittendrin ein nachgestellter Verkehrsunfall mit drei Fahrzeugen, eines davon in Flammen. Mehrere Personen sind verletzt. Es stauen sich bereits die Autos. Auch deren Insassen müssen versorgt und aus dem Tunnel gebracht werden. Danach wird der Fahrzeugbrand gelöscht. Erst dann kann der Großteil der Einsatzkräfte vorrücken. Jetzt gilt es die Unfallfahrzeuge zu sichern und Rettungsgeräte wie hydraulische Rettungs-Spreizer und Rettungsscheren vorzubereiten. Parallel dazu werden erste Patienten von zwei Notärzten und Rettungssanitätern behandelt, aus den Fahrzeugen befreit und abtransportiert. Schwierig gestaltet sich die Bergung zweier Schwerverletzten aus dem am stärksten demolierten Fahrzeug. Hier muss zuvor ein Seitenholm und eine Fahrzeugtüre mit Spreizer und Schere entfernt werden. Nach etwa eineinviertel Stunden sind alle Verletzten abtransportiert. Im Anschluss trafen sich alle Beteiligten im Feuerwehrhaus Unterjettenberg zur Nachbesprechung. Es wurde festgestellt, dass die Hydrantenanlage in der Galerie von Technikern noch einmal überprüft werden muss. Die Einsatzkräfte registrierten in Bezug auf den Funkverkehr über die interne Anlage, dass im Einsatzfall der Funkverkehr deutlich reduziert werden muss. Als sehr positiv bewerteten die beiden verantwortlichen Kommandanten der Schneizlreuther Wehr, Tobias Bauregger und Christopher Löffelmann, die Disziplin und das reibungslose Zusammenspiel der unterschiedlichen Einsatzeinheiten. Für alle habe sich bestätigt, dass dies essenziell für eine erfolgreiche Lösung solch komplexer Aufgaben ist. Wie das Staatliche Bauamt Traunstein mitteilte, muss eine solch komplexe Einsatzübung zwingend vor der Verkehrsfreigabe der Lawinengalerie durchgeführt werden. Das komplette Übungsszenario hatte Tobias Bauregger, 1. Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Schneizlreuth, mit dem Tunnelmanager des Bauamts, Josef Kaiser, und dem Tunnelsicherheitsbeauftragten Richard Schaaf ausgearbeitet, die auch Übungsbeobachter waren. Tobias Bauregger hatte sich vorher für solche Aufgaben bei einem Lehrgang „Löschen in Tunnelbauwerken“, der ihn bis in die Schweiz führte, qualifiziert. Vor Ort waren weitere Mitglieder der Kreisbrandinspektion Berchtesgadener Land, der Einsatzleiter des Rettungsdienstes BGL sowie der Bauleiter der Galerie Johannes Tholler und Schneizlreuths Bürgermeister Wolfgang Simon. Als Unfallopfer agierten unter anderem Mitglieder der Jugendfeuerwehr Schneizlreuth.
